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Burg Alzey
(Alzey)

Chronik:

Die genaue Entstehungszeit ist nicht bekannt. Es gibt aber 3 mögliche Versionen.

1. Version: Die Burg entstand um 1125. Zu dieser Zeit ist der Staufer-Herzog Friedrich II. im Besitz des Reichsgutes. Es lassen sich aber keine Aufzeichnungen finden, die einen Burgenbau belegen, obgleich Friedrich bekannt für seine Rege Bautätigkeit war.

2. Version: Um 1156 lässt sein Sohn Pfalzgraf Konrad, der seine Kindheit in Alzey verbrachte, die Burg erbauen.

1195 stirbt Konrad und die Burg kommt durch die Heirat seiner Tochter Agnes mit Heinrich dem Langen an das Haus Welfen. Diese zeigen aber kein Interesse an dem Fernbesitz.

3. ( und wahrscheinlichste ) Version: 1214 kommt Alzey an den Wittelsbacher Pfalzgrafen Ludwig I. Er ist vermutlich der Bauherr der Burg sein, denn bisher konnten im gesamten Burgbereich keine Bauteile gefunden werden, die älter als 1200 sind.

Um 1250 sind die Truchseße von Alzey, Verwandte der Volker von Alzey und Lehnsmänner der Pfalzgrafschaft, Burgherren. Unter Ihrer Mithilfe könnte die Burg entstanden sein. Sie sind aber den Pfalzgrafen nicht sehr treu ergeben, sondern betreiben eine eigene Ausdehnungspolitik Ihrer Gebiete durch geschickte Einheiratungen. Letztlich kommt es sogar zu Übergriffen auf Kaufmannszüge.

Als 1260 Philipp II. von Hohenfels, Schwiegersohn des Truchseß Werner, den Wormser Vogt Eberhard Ware von Erenberg auf dem Weg nach Osthofen überfällt, reißt den Wormsern der Geduldsfaden. Sie belagern und stürmen die Stadt Alzey. Pfalzgraf Ludwig werden die Umtriebe seiner Vasallen immer suspekter. Er setzt deshalb weitere Burgmannen aus hohen Häusern wie z. Bsp. von Leiningen, von Bolanden und von Falkenstein ein, um die Machtposition der Truchsesse mit der „Politik der kleinen Schritt“ nach und nach einzugrenzen.

1277 wird Alzey, auf Betreiben Ludwigs, von Rudolf von Habsburg das Stadtrecht verliehen. Alzey wird aber nicht Reichsstadt, sondern untersteht dem Pfalzgrafen.

1278 wird das „castrum in alzei“ erstmals urkundlich erwähnt.

1292 gibt Gerhard I. Truchseß (1256-1292) seinen Burganteil, mit Zustimmung Ludwigs, an seinen zukünftigen Schwiegersohn, den Grafen Eberhard von Sponheim, weiter.

1294 stirbt Ludwig II. Seine Söhne Rudolf I. und Ludwig treten sein Erbe an.

1296 sichert sich sein Sohn Ludwig in Verhandlungen mit dem Sponheimer das Vorkaufsrecht.

1298 greift König Albrecht unter erneuter Mithilfe des Erzbistums von Mainz die Burg an, weil Rudolf den abgesetzten König Adolf von Nassau unterstützt.

1303 erwerben Rudolf und Ludwig den Lehnsanspruch des Grafen Eberhard von Sponheim (1281-1303) bzw. des Gerhard Truchseß.

1305 übernehmen die Wittelsbacher Pfalzgrafen die Ganerbenburg vollständig und bauen Sie nach und nach zu einer Nebenresidenz aus. Ihr Hauptsitz bleibt aber weiter Heidelberg.

1314 läßt sich der Mainzer Erzbischof Peter, weil er zuvor Pfalzgraf Ludwig bei der Wahl zum Deutschen König unterstützt hat, das Pfandrecht an Burg Alzey verleihen. Doch die pfalzgräflichen Burgmannen sind mit der Verpfändung nicht einverstanden und verweigern die Herausgabe der Burg.

Erst 1319 und nach deutlichen Worten des Königs, unterstellt sich der pfalzgräfliche Amtmann, Raugraf Georg dem Mainzer Pfandherrn. Dieser setzt zwar sofort treue Vasallen ein, doch diese kommen mit der Burgbesatzung nicht klar. Letztlich setzt Peter doch Raugraf Georg wieder als Burghauptmann ein. 

1320 stirbt der Erzbischof. Die Pfalzgrafen fordern daraufhin die Burg zurück, da Sie nur persönlich an Peter, nicht aber an das Erzstift Mainz verpfändet war. Doch Georg, der zwischenzeitlich auf die Seite der Mainzer gewechselt ist, händigt die Burg nicht aus. Schließlich erscheinen pfalzgräfliche Truppen unter der Führung Werners von Hohenfels, Philipps von Sponheim, Wernher Knebils und eines Mannes namens Fust in Alzey und nehmen Georg gefangen.

Im 14. Jh. und 15. Jh. steigen Burg und Stadt Alzey, durch denn Einfluß des Pfalzgrafen Ruprecht II. d.J. (geb. 1325-1398) und seines Sohnes Ruprecht III. zu einer einflussreichen Residenzstadt auf. Auch die Pfalzgrafen Ludwig III. (1410-1436), Ludwig IV. (1436-1449) und Friedrich I. (1449-1476) halten sich oft in Alzey auf. Friedrich lässt um 1450 die riesige Geschützbastion und den Friedrichsbau errichten.

1504 nimmt die Burg im Bayrischen Krieg großen Schaden.

Im 16. Jh. veranlassen Friedrichs Nachfolger Pfalzgraf Philipp (1476-1508) und Ludwig V. (1508-1544) Ausbesserungsarbeiten und den weiteren Ausbau der Burg. Dabei entstehen der Philipps- und der Ludwigsbau.

Mit dem Aufrücken der Linie Pfalz-Simmern zur Heidelberger Kurwürde sinkt die Bedeutung Alzeys als Residenz. Kurfürst Ottheinrich (1556-1559) kümmert sich kaum um Alzey. Das gleiche gilt für seine Nachfolger Friedrich III. (1559-1576) und Johann Casimir (1577-1583).

Erst Anfang des 17. Jh., unter Kurfürst Friedrich IV. (1583-1610), erlebt das Schloß Alzey zum letzten Mal für kurze Zeit den Glanz einer pfalzgräflichen Residenz.

1601 müssen umfangreiche Baumaßnahmen an der Heidelberger Schloßkapelle vorgenommen werden, die ein Verlassen des Schlosses notwendig machen. Der größte Teil des pfalzgräflichen Hofes zieht daraufhin von Heidelberg nach Alzey um.
Nachdem der Hof Alzey wieder verlassen hat, ist das Schloß als Residenz nicht mehr gefragt. Weder Pfalzgraf Friedrich IV, noch sein Nachfolger Friedrich V. (1610-1632) messen Alzey große Bedeutung zu.

Letztlich versinkt Alzey in den Wirren des 30-jährigen Krieges. Eroberungen und Fremdherrschaft bestimmen die Geschicke von Burg und Stadt. Die Burg scheint aber keinen großen Schaden zu nehmen, denn der Merianstich von 1645 zeigt die Anlage in unversehrte Zustand.

Als 1683 Pfalzgraf Karl II. (1680-1685) die Schloßgüter zu Geld macht und an mehrere Herren verpachtet, hat das Schloß als Residenz längst ausgedient.

1689 zerstören die Truppen des franz. Generals Melac im Zuge des pfälzischen Erbfolgekrieges die Burg.

Bis 1900 bleibt die Anlage als Ruine liegen und dient in erster Linie als Steinbruch.

1900 – 1903 läßt die Großherzogliche Regierung die Ruine nach dem Merianstich von 1645 wieder aufbauen.

Heute gehört die Burg der Stadt Alzey und beherbergt das Amtsgericht und ein Internat.