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Burg Heinfels
( Burg Huonenfels, Huonifels, Huenfels oder Heunfels)
(Heinfels)
Chronik:
Die sagenumwobene Gründung durch die Hunnen soll ins 5. Jh. zurück
reichen. Belegt ist dies aber nicht. Die heutige Geschichtsforschung
geht davon aus, dass Heinfels von den Awaren gegründet wurde.
Es gilt als wahrscheinlich, daß die Burg seit dem 7. Jh. den bayerischen
Herzögen gehörte.
1239 tritt erstmals ein Ministerial namens Otto Welf de Hunenvelse in
Erscheinung, der aus dem Hause der Herren von Welfsperg stammte und sich
nach der Burg benennt.
1243 wird die Burg erstmals urkundlich als Besitz von Freisinger
Ministerialen erwähnt.
Noch im 13. Jh. kommt die Burg durch Erbschaft in die Hände der Görzer
Grafen.
1275 übergibt Meinhard II. die Burg Albert I., der sie zu einem
wichtigen Stützpunkt mit Gerichtsbarkeit ausbaut.
1307 fällt die Burg samt dazugehörigem Besitz und Gericht durch
Erbvertrag zwischen Albert II. und Heinrich III. an Albert. Dieser teilt
noch zu Lebzeiten sein Erbe unter seinen Söhnen auf.
1460 verliert Graf Johann II. von Görz den Streit um das Erbe der Grafen
von Cilli gegen Kaiser Friedrich III. Zusätzlich verliert er durch den
Frieden von Pusarnitz seine Kärntner Besitzungen und die Residenz Bruck.
Daraufhin zieht er auf Burg Heinfels und wählt die Veste als seinen
zukünftigen Wohnsitz. In der Folgezeit baut er die Anlage zur Wohnburg
aus und errichtet starke Verteidigungsanlagen.
1500 stirbt mit Leonhard der letzte männliche Görzer. Die Burg fällt
somit ans Könighaus zurück. König Maximilian I. verwendete sie als
Waffen- und Munitionsdepot und läßt sie erweitern.
1501 verpfändete Maximilian die Burg auf Grund von Geldsorgen an den
Brixner Bischof Melchior von Meckau. Tatsächlich jedoch geht die
Herrschaft erst nach dem Tod des Burggrafen Virgil von Graben im Jahre
1507 an das Bistum über.
1525 wird die Burg kurzzeitig durch Bauern besetzt.
1526 kann man eine erneute Belagerung eines 2000 Mann starken
Bauernheeres unter Führung von Michael Gaismair abwehren.
1570 löst der Tiroler Landesfürst Erzherzog Ferdinand II. das Pfand für
Burg Heinfels wieder ein.
1581 muss er die Besitzungen wieder an das Bistum Brixen verpfänden.
1593 kommt es zu größeren Umbauten, die der Burg ihr heutiges
Erscheinungsbild gaben.
1612 löst Erzherzog Maximilian III. die verpfändete Herrschaft Heinfels
wieder aus und übergibt sie Engelhard Dietrich von
Wolkenstein-Trostburg.
1613 zerstört ein Großbrand große Teile der Burg. Doch bald darauf wird
die Veste wieder aufgebaut und die Wehranlagen sogar erweitert.
1629 kauft Erzherzog Leopold V. das Anwesen zurück, verpfändete es
jedoch gleich an das Damenstift Hall, in dessen Besitz es nach dem
Konkurs des Pfandinhabers übergeht. Zuerst übernimmt es nur das
Pfandrecht, um die die Burg 1654 ganz zu erwerben.
1714 fügt ein Erdbeben der Burg großen Schaden zu.
1783 löst Kaiser Joseph II. das Damenstift auf, was zur Folge hat, dass
der gesamte Besitz, darunter auch Heinfels, an den Staat fällt.
1823 wird die leer stehende Burg an die Gemeinden des Gerichtsbezirks
Sillian verkauft.
1880 zieht eine Kompanie Tiroler Kaiserjäger in Heinfels ein. Sie nutzen
die Burg bis ins Jahr 1910 als Kaserne, wodurch sie sehr in
Mitleidenschaft gezogen wird.
1917 bricht das Dach des romanischen Wohnturms ein.
1932 stürzt schließlich die westliche Giebelwand des Wohnturms ein.
Dabei werden auch der Kapellenerker und der Treppenturm schwer
beschädigt.
1936 ersteigert die Marktgemeinde Sillian die Burg, die sie noch im
selben Jahr an den ortsansässigen Geschäftsmann Alois Stallbaumer
weiterverkauft. Dieser versucht mit seinen finanziellen Möglichkeiten
die Burg vor weiterem Verfall zu bewahren.
1974 stirbt Stallbaumer. Die Burg kommt gemäß seinem Testament in den
Besitz des Jesuitenkollegiums in Innsbruck.
1977 erwirbt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Max Villgrattner die Burg.
1999 werden umfangreiche Restaurierungen durchgeführt, wobei man auf die
breiten Zinnen des Bergfrieds ein neues Walmdach aufsetzt.
2005 stirbt Villgrattner. Seine Tochter veräußert die Burg an die
Unternehmerfamilie Loacker. Familie Loacker plant, mit Unterstützung der
Denkmalpflege, die Burg zu renovieren.
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