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Festungsruine Sierck
( Chateau Fort du Sierck-les-Bains )
(Sierck an der Mosel)

Chronik:

Im 11. Jh. wird die Burg Sierck auf den Resten des römischen „Circum Castellums“ erbaut.

1036 wird Sierck erstmals urkundlich genannt.

1067 gehört die Burg in den Herrschaftsbereich der Herzöge von Lothringen und ist eine ihrer Lieblingsresidenzen. Es wird angenommen, daß das Lehnsgut durch Erbschaft an die Herzöge kam.

Im 13. Jh. wird ein Empfang des Herzogs durch den Stadthalter und Gouverneur der Burg ( Widric von Sierck 1104 – 1110 ) erwähnt.

Im 14. Jh. entwickeln sich das Sierck zu einem einflußreichen Adelsgeschlecht. Arnould IV. der Alte ( 1366 – 1455 ) ist Herr von Frauenberg, Monclair ( = Mettlach ), Meinsberg ( = Manderen ), Forbach und wird sogar in den deutschen Reichsgrafenstand erhoben. Sein Sohn Jacob von Sierck ( 1400 – 1456 ) wird sogar Erzbischof von Trier und damit deutscher Kurfürst.

1475 belagern und besetzen Truppen des burgundischen Herzogs Karl dem Kühne die Burg für 2 Jahre bis zu seinem Tod.

1477 fällt die Burg mit dem Tod Karl des Kühnen an die Herzöge von Lothringen zurück.

Im 17. Jh. wird die Burg mehrfach eingenommen:

1633 durch franz. Truppen,

1635 durch die Lothringer unter Befehl von Kapitän Maillard und

1643 durch Herzog von Enghien auf Befehl Ludwigs XVI.

1661 überläßt der Herzog von Lothringen im Friedensvertrag von Vincennes Burg und Stadt dem französischen König. Kriegsminister Louvois lässt die Wohngebäude und Türme einreißen.

1673 umgibt der berühmte Festungsbaumeister Vauban die Burgruine mit Festungswerken.

1705 erfolgt eine weitere Instandsetzung der Festung zur Verteidigung auf Befehl des Marschalls von Villars. Er war zuvor bei Sierck auf die Truppen des Herzogs von Malbourough gestoßen. Es kam jedoch zu keinen Kampfhandlungen, da Malbourough sich zurück zieht.

1713 wird die Festung gemäß Friedensvertrag von Utrecht wieder geschleift.

1773 restauriert Cormontaigne, ein Schüler Vaubans, die Festung und versieht sie mit einem Lebensmittel- und Sprengstofflager.

1789 entfernt man vorsichtshalber vor den anrückenden Revolutionstruppen die Kanonenkugeln von der Festung.

1811 wird die Festung verkauft und entwaffnet.

1814 gehört Sierck zum Festungsverbund von Thionville. Einzelne Bauteile werden restauriert.

1866 wird die Anlage endgültig als Festung ausgemustert und die maroden Gemäuer zu 6.000 Francs an die Stadt Sierck verkauft.

Im 20. Jh. läßt die Stadt Sierck die Festung Zug um Zug restaurieren und macht sie dem Publikumsverkehr zugänglich.