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Burg Runkelstein
(Bozen)

Chronik:

1237 beginnen die Herren von Wangen, nach vorheriger Zustimmung des Bischofs von Trient, mit dem Bau einer Burg auf dem Porphyrfelsen am Eingang zum Sarntal.

1277 gelingt es Meinhard II. von Tirol, der mit dem Bischof von Trient in Fehde liegt, dessen Stadt Bozen unter seine Kontrolle zu bringen. Die Burg vergibt er an seinen Protegé Gottschalk von Bozen ( auch Gottschalk Boger ).

Danach erbt Gottschalks Tochter Agnes, die mit Konrad von von Schenna verehelicht war, die Burg.

1341 stirbt Agnes. Die Burg kommt nach einer Erbstreitauseinandersetzung nicht in Konrads, sondern deren Tochter Weirads Besitz.

1385 erwerben die Bozener Brüder Niklaus und Franz Vintler die Burg. Niklaus hatte es am Hof des Herzogs zu hohem Ansehen und Reichtum gebracht. Unter den Brüdern wird die Anlage weiter ausgebaut. Sie sind es auch, die die Räume des West- und Ostpalas, sowie des Sommerhauses mit Fresken ausmalen lassen.

1407 kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Herzog Friedrich und dem Tiroler Adel. Runkelstein wird von herzoglischen Truppen belagert und eingenommen. Niklaus wird seiner gesamten Pfandleihen enteignet. Die Burg geht an seinen Bruder Franz und seine Schwiegersöhne über.

Mitte des 15. Jhs. bringt Erzherzog Sigmund die Burg in seinen Besitz.

1463 bis 1465 stellt Sigmund die Veste Fürstbischof Georg Hack, der aufgrund eines Aufstandes Trient verlassen musste, als Wohnsitz zur Verfügung.

Bis 1530 bleibt die Burg in landesfürstlichem Besitz und erlebt unter Kaiser Maximilian I. eine neue Blütezeit. Er lässt die Burg instand setzen und er hatte ein besonderes Auge auf die Fresken geworfen.

1493 überträgt Maximilian die Burgverwaltung seinem Kanzler Cyprian von Northeim und 1500 dem "Vater der Landsknechte" Georg von Frundsberg, die ihrerseits auf Runkelstein Unterpfleger einsetzen.

1520 kommt es zur Explosion der Pulverkammer im Erdgeschoß des Bergfrieds. Hierbei werden außer dem Bergfried selbst auch Teile der Ringmauer und des Ostpalas schwer beschädigt. Die Burg wird danach nur notdürftig instand gesetzt.

1528 stirbt Frundsberg und das Burgamt fällt zurück an Kaiser Sigmunds Nachfolger König Ferdinand.

1530 erwirkt der Bozner Amtmann Sigmund von Brandis, daß Ferdinand die Burg zu Lehen gibt. Das Lehen behält er bis zu seinem Tode 1536, auch als der Trienter Fürstbischof Bernhard von Cles, Kanzler Karls V. und Vorsitzender des Geheimrates Ferdinands I., die Rückgabe der Oberlehnsherrschaft über Runkelstein an das Trienter Hochstift durchsetzt.

1538 werden die Grafen von Liechtenstein-Kastelkorn mit der Burg belehnt.

Ab 1554 residiert ein Zweig der Familie auf Runkelstein auf der Burg. Unter ihnen setzt der Verfall des Gemäuers ein.

1672 wird der Ostpalas durch einen Brand stark beschädigt.

1759 verzichtet Graf Franz Anton, letzter der Linie Liechtenstein-Kastelkorn, auf das Erblehen, womit Runkelstein in die unmittelbare Verwaltung des Hochstifts Trient übergeht, welche das verfallene Gemäuer als bloßen Gutshof nutzt.

1868 stürzt, als Folge das Baus einer Straßentrasse, die Nordwand des Sommerhauses ab.

1880 kauft Erzherzog Johann Salvator Runkelstein dem Hochstift Trient ab und macht es 1882 Kaiser Franz Joseph zum Geschenk, der die Burganlage in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts durch den Wiener Oberbaurat Friedrich von Schmidt sanieren äßt. Auf diesen gehen der neuer baute Turm und der Ostpalas in seiner heutigen Gestalt zurück.

1893 schenkt Kaiser Franz Joseph den Bozner Bürgern feierlich die Burg.

1990 – 2000 finden umfassende Restaurierungsarbeiten an der Burg statt. In der Folge wird die Burg für Ausstellungen und Konzert- und Theateraufführungen genutzt.