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Burgruine Fleckenstein
(Lembach)
Chronik:
Die genaue Entstehungszeit der Burg ist nicht bekannt. Der Fleckenstein
war um 1000 im Besitz der Salier. Es ist anzunehmen, dass Lehnsleute im
Namen des Kaisers die Burg errichteten, um den Handelsweg zwischen den
salischen Besitzungen zu schützen.
1129 wird mit Gottfried I. erstmals ein Herr von Fleckenstein in einer
Schenkungsurkunde erwähnt. Nach dem Machtübergang der Salier zu den
Staufern, sind die Fleckensteiner auch den Staufern als Treue Vasallen
zu Diensten.
1174 datiert die zweite urkundliche Erwähnung der Brüder Gottfried,
Konrad und Friedrich, die Enkel Gottfrieds I.
1248 wird Heinrich von Fleckenstein zum Reichsschultheiß der Kaiserpfalz
Hagenau ernannt. Da die Staufer zumeist in ihren italienischen Landen
residieren, hat Heinrich große Machtbefugnisse über die kaiserlichen
Gebiete Pfalz und Lothringen. Als die Staufer mit Konradins Hinrichtung
aussterben, kommen die Fleckensteiner während der kaiserlosen Zeit (
Interregnum ) unter den Druck der Kirche. Doch wollen sie die
staufischen Burgen und Besitzungen nicht einfach so an die Kirche
abtreten. Stattdessen wenden sie sich an die Markgrafen von Baden und
die Stadt Hagenau, deren Bürger sie seit vielen Jahren sind. So schaffen
sie es, ohne Gebietsverluste diese Zeit zu überstehen.
1276 entführen die Fleckensteiner aufgrund eines Streits den Bischof von
Speyer und setzen ihn auf dem Fleckenstein fest. Doch als König Rudolf
von Habsburg vor der Burg aufmarschiert und dessen Freilassung
fordertet, geben sie sofort nach, denn mit Rudolf wollen sie sich nicht
überwerfen.
1290 wird Heinrich von Fleckenstein zum Bischof von Speyer ernannt.
1315 werden die Fleckensteiner in eine Fehde zwischen der Stadt
Straßburg und den Grafen von Lützelstein verwickelt, mit denen sie
verwandt sind. Die Straßburger Truppen fügen den Fleckensteiner große
Schäden zu, doch es gelingt ihnen nicht die Burg einzunehmen.
Im 14. Jh. bricht die Zeit der Kurfürsten vom Rhein an. Sie dehnen ihre
Besitzungen nach Süden aus, womit sie zu Nachbarn der Fleckensteiner
werden. Im Wissen sich nicht gg. die aufstrebenden Kurfürsten behaupten
zu können, ziehen sie vor sich in ihren Schutz zu begeben und damit Ihre
Burg und die Besitzungen den Heidelbergern zu Lehen auf zu tragen. Dies
sollte sich als geschickter Schachzug heraus stellen, denn als die
Kurfürsten an die Kaiserkrone kommen, steigen die Fleckensteiner zu
kaiserlichen Beamten auf.
Im 15. und 16. Jh. streben die ab dem 13. Jh. in 3 Stämme aufgeteilten
Fleckensteiner ( Fleckenstein-Sulz, Fleckenstein-Dagstuhl und
Fleckenstein-Bickenbach ) weiter auf und besetzen wichtige weltliche und
geistliche Ämter.
1423 wird Johann I. zum Bischof von Basel gewählt, während Johann II.
bereits 1414 zum Bischof von Worms ernannt wird.
1467 erhebt der Kaiser die Fleckensteiner in den Reichsfreiherrenstand.
1527 nimmt Friedrich von Fleckenstein-Bickenbach mit den Frundsberger
Truppen die Weltstadt Rom ein.
Im 30-jährigen Krieg fallen viele Mitglieder im Militärdienst.
1644 stirbt Georg als letzter der Linie Fleckenstein-Dagstuhl.
Ludwig von Fleckenstein-Bickenbach ist fast 30 Jahre lang Hofmarschal zu
Heidelberg und hat maßgeblich Anteil an der Einführung der Reformation.
Sein Sohn Friedrich wird Stadthalter der Markgrafen von Baden. Dessen
Sohn Georg Heinrich wird von dem Sonnenkönig Ludwig XVI. zum Marechal de
Camp ernannt.
1680 nehmen franz. Truppen den Fleckenstein ein und brennen ihn nieder.
Seither ist er eine Ruine. Georg Heinrich lebt zu diesem Zeitpunkt nicht
mehr, sonst hätte er die Brandschatzung seiner Stammburg sicher
verhindert.
1720 erlischt mit Heinrich-Jakob von Fleckenstein-Bickenbachs Tod der
Stamm der Fleckensteiner gänzlich. Sein Schwiegersohn Ignaz Vistum von
Egersberg erbt die Ruine Fleckenstein.
1789 wird die Ruine in alle ehemaligen Besitzungen der Fleckensteiner zu
franz. Nationaleigentum erklärt.
Anfang des 19. Jh. wird der Boden auf dem die Ruine steht versteigert
und wechselt in der Folge mehrfach den Besitzer.
1870 setzt sich der Kreis Direktor von Stichaner nachhaltig und mit
eigenen finanziellen Mitel für die Restaurierung des Fleckenstein ein.
1898 wird der Fleckenstein zum geschichtlichen Denkmal klassifiziert und
1918 geht er in franz. Staatsbesitz über.
1945 setzen sich ein paar Idealisten für die Fortführung der während des
Krieges zum Erliegen gekommenen Sanierungsarbeiten ein.
Seit 1970 gehört der Fleckenstein der Gemeinde Lembach.
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